Burgeis (1216 m, ca. 835 Einwohner, 2,5 km von Mals entfernt; erste urkundliche Erwähnung 1160) ist besonders reich an freskenbemalten Hausfassaden, alten Portalen, Freitreppen und Erkern. Im Ortszentrum laden traditionsreiche Gasthäuser zum Verweilen ein. Die nahegelegene Fürstenburg wurde im 13. Jahrhundert als Sitz der einst mächtigsten Herren im oberen Vinschgau, der Fürstbischöfe von Chur, erbaut. Auf einem alten Fußweg erreicht man Marienberg (1335 m), das höchste aller Benediktinerstifte. Seine beeindruckende Barockkirche und insbesondere die romanische Krypta (12. Jahrhundert) gehören zu den schönsten Kunstdenkmälern im Vinschgau. Ein reizvolles Wanderziel sind die nach den Benediktinern benannten, romantischen Pfaffenseen oberhalb des Stiftes (2222 m). Ein anderer Wanderweg führt von Marienberg zum nahen Kirchlein St. Stefan, das sich aufgrund archäologischer Grabungen bis in die Frühzeit des Christentums im 5. Jahrhundert zurückführen läßt. Der Watles oberhalb von Burgeis (2557 m) bietet dem Besucher im Winter ideale Bedingungen zum Skifahren und Rodeln, im Sommer zum Bergsteigen, Wandern und Paragleiten.



 

Das kleine, hochgelegene Bergdorf Schlinig (1726 m, ca. 185 Einwohner; erste urkundliche Erwähnung 1159) liegt 8 km von Mals entfernt und ist ein idealer Ausgangspunkt für sommerliche Ausflüge im Grenzgebiet zur Schweiz. Dem Wanderer wie dem erfahrenen Alpinisten bietet sich dazu eine breite Palette an Möglichkeiten. Von der Sesvennahütte aus führen markierte Steige auf die umliegenden Berge der Sesvennagruppe. Mehrere Dreitausender (Piz Sesvenna, 3205 m, Muntpitschen, 3162 m) locken den geübten Wanderer; von besonderem Reiz ist der Weg durch die wildromantische Uinaschlucht, der bis nach Ramosch im Unterengadin führt. Im Winter eröffnet Schlinig vor allem dem Tourengeher, Skifahrer und Langläufer viele Möglichkeiten.



 

Schleis (1064 m, ca. 358 Einwohner, 1 km westlich von Mals am Eingang ins Schlinigtal; erste urkundliche Erwähnung 1159) empfängt den Besucher mit so manchem architektonischen Schmuckstück aus vergangener Zeit: Freskenbemalte Häuser, Zinnenmauern, Rundbogentore und steinerne Treppenaufgänge prägen das Ortsbild wesentlich mit. Die kleine Laurentiuskirche (1697 erweitert) wurde erst kürzlich restauriert. Schleis ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderer und Bergradfahrer, etwa der Etsch entlang nach Burgeis oder talabwärts nach Laatsch. Markierte Wege und Steige führen auch ins Schlinig- und ins Arundatal und auf die umliegenden Almen.



 

Laatsch (985 m, ca. 585 Einwohner; erste urkundliche Erwähnung 1160) liegt rund 1 km südwestlich von Mals an der Straße ins Münstertal nahe der Schweizer Grenze. Alte Häuser mit zinnengeschmückten Mauern und Torbögen künden von der Bedeutung des Ortes in mittelalterlicher Zeit. Sehenswert sind auch die Laatscher Kirchen, vor allem das originell gebaute, zweigeschossige St. Leonhard mit seinen reichen Freskenmalereien und dem kostbaren Flügelaltar. Unweit des Dorfes, zwischen Laatsch und Taufers, erlitten die Tiroler 1499 in der blutigen Calvenschlacht gegen die Bündner die bis dahin größte Niederlage ihrer Geschichte. Heute erinnert ein Gedenkstein am Ort des Geschehens an dieses folgenschwere Ereignis (Calven-Dauerausstellung im Museum Tauferer Tor im benachbarten Glurns!). Gut ausgeschilderte Wander- und Radwege laden zu Ausflügen in die Umgebung ein.



 

Von Mals führt eine Straße ins kleine Bergdorf Planeil (1596 m, 7 km von Mals entfernt; ca. 184 Einwohner; erste urkundliche Erwähnung 1258). Vorbei an der uralten Steinernen Brücke, die für manche Forscher die Trasse der ehemaligen Römerstraße anzeigt, führt der Fahrweg dem Punibach entlang ins Planeiltal. Das Dorf beeindruckt durch die Steilheit des Geländes. Die eng aneinander gebauten Häuser fügen sich zu einem schmalen Winkelwerk von Stiegen und Gassen, das noch manche Züge der rätoromanischen Vergangenheit des oberen Vinschgaus vermittelt. Am Talschluß locken den Tourengeher bereits die Dreitausender der Ötztaler Alpen (Valvelspitze, 3359 m, Danzebell, 3145 m, Portlesspitze, 3071 m; Falbanairspitz, 3200 m; Rabenkopf, 3391 m); aber auch leichtere Wanderungen auf die Almen der Umgebung bieten sich an.



 

In Plawenn (1720 m, ca. 49 Einwohner; 9 km von Mals entfernt; erste urkundliche Nennung 1140/90) steht der höchste adelige Ansitz Tirols. Das rötlich bemalte Gebäude mit Zinnengiebel und Ecktürmchen wird von einigen wenigen Bauernhäusern umrahmt. Es dürfte im Turmbereich bis ins frühe 12. Jahrhundert zurückreichen und wird heute zum Teil als Gastwirtschaft genützt. Von Plawenn aus bietet sich dem Besucher ein herrlicher Blick auf den gewaltigen Murkegel der Malser Haide, der auch vielfältige Wandermöglichkeiten eröffnet.



 

Südlich von Plawenn, am nordöstlichen Rand der Malser Haide, schmiegen sich zwei kleine Höfegruppen an den Talhang: die Weiler Ulten und Alsack (1424 bzw. 1529 m, insgesamt ca. 56 Einwohner; erste urkundliche Nennung 1270 bzw. 1320). In der Marienkapelle von Alsack erwartet den Kunstfreund eines der wertvollsten Werke des aus Mals stammenden Malers Karl Plattner (Beweinung Christi).



 

Tartsch (1029 m, ca. 450 Einwohner, rund 1,5 km östlich von Mals; erste urkundliche Erwähnung 1159) liegt am sagenumwobenen Tartscher Bichl, einer markanten Hügelkuppe (1077 m), die das Siedlungsbild nachhaltig prägt. Archäologische Grabungen konnten hier Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher und römischer Zeit nachweisen. (Frühe Funde aus der näheren Umgebung stellt übrigens auch das Vintschger Museum im benachbarten Schluderns vor.) Über den ganzen Tartscher Bichl verstreut finden sich die rätselhaften Schalensteine. Den augenfälligsten Blickfang aber bildet die Kirche St. Veit am Bichl mit ihrer alten Umfassungsmauer. Sie wird ins 11. Jahrhundert zurück datiert und gehört damit zu den ältesten Bauwerken der Gegend.



 

Das Matscher Tal weist bei rund 20 km Länge fast dreitausend Meter Höhenunterschied auf: Vom Gletschergebiet der Weißkugel (3739 m) bis zu den Obstgärten an der Mündung des Saldurbaches bei Schluderns (921 m) spiegelt sich hier beispielhaft die Vielfalt der Vinschgauer Naturlandschaft. Die Geschichte von Matsch (1564 m, 8 km von Mals entfernt; ca. 474 Einwohner; erste urkundliche Nennung 1160) ist mit jener der gleichnamigen Vögte eng verbunden, und die Ruinen Ober- und Untermatsch zeugen noch heute von der einstigen Macht dieses berühmt-berüchtigten Adelsgeschlechtes. Die eng aneinandergedrängten Häuser der Hangsiedlung, die umliegenden Feldterrassen mit ihren bis zu 15 m hohen Stützmauern und die Flurnamen sind Zeugen rätoromanischer Geschichte. Im Talgrund kann der Besucher von Hof zu Hof wandern (Thanai, Glieshöfe, Matscher Alm); und eine ganze Palette anspruchsvoller Dreitausender lockt die Berg- und Skitourenfans in die Ötztaler Gletscherwelt rund um die Weißkugel (z.B. Litzner, 3205 m; Hochalt, 3284 m; Rappenspitz, 3187 m; Ramudelspitz 3292 m; Saldurspitz 3433 m; Lagaunspitz 3438 m). Besonders reizvoll ist der Übergang von der Oberetteshütte (geöffnet von Juni bis Oktober, 2670 m) übers Bildstöckljoch (3092 m) ins Schnalstal.


 
 

Text: Mercedes Blaas
© MalsAktiv

HomeTopE-Mail